Der Heißluftballon
der Gebrüder Etienne und Joseph Montgolfier

 

 

Es war Dienstag, der 5. Juni 1783. Die Herren Montgolfier hatten zum "Aufsteigungs-Schauspiel" mit einer aerostatischen Maschine geladen. Von allen Seiten strömten Schaulustige auf den Marktplatz des kleinen Städtchens Annonay in der Grafschaft Vivarais.

Gedrängt stand die Menge und schaute gebannt in die Mitte des Platzes. Dort war ein hoher, korbähnlicher, kreisförmiger Holzrahmen aufgebaut, über dem ein langer Sack aus Leinwand schlaff, faltenreich und unscheinbar hing. Von dem Sack liefen acht Seile nach außen und wurden von jeweils einem Mann gehalten.

Nun trat Etienne Montgolfier vor und verkündete, er wolle nun diesen großen Sack mit einem Dunst füllen, den nur er und sein Bruder zubereiten könnten. Er werde dann beweisen, daß dieses Gebilde sich bis zu den Wolken erheben könne.

Auf sein Kommando hin wurde ein Feuer entzündet. Unterhalb des Sackes zündelten nun Flammen, die von gerissener Schafswolle gespeist wurden. Dann fing der Sack an, sich zu bewegen und Form anzunehmen und es entstand eine Art Kugel. Nur mit Mühe konnten die Männer die Seile noch halten. Auf Kommando ließen sie die Seile los und die gefüllte Kugel schoß in den Himmel.

Die Menschen schrien, die Männer ballten die Hände in den Hosentaschen, die Kinder klammerten sich an ihre Mütter, Frauen fielen in Ohnmacht. Dann ein befreiendes Lachen und donnernder Beifall.

Ein Traum wurde wahr - das "Fliegen" war erfunden.

Die Neuigkeit von dem aerostatischen Experiment der Gebrüder Montgolfier verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch ganz Frankreich. Seit dieser Zeit gilt ein Dekret Ludwig XVI, daß Ballonfahrer adligen Geblüts sein müssen.

Darum werden unsere Passagiere nach der Ballonfahrt zünftig in den Adelsstand der Ballonfahrer erhoben.